Freitag, 26. August 2016

Jehovas Zeugen glauben, dass nur Zeugen Jehovas gerettet werden

Als Zeuge Jehovas eiert man immer rum, wenn man gefragt wird, ob man glaubt, dass nur sie gerettet werden.

"Diese Entscheidung trifft Gott allein", ist meistens die Antwort.

Dadurch, dass ihre offiziellen Schriften immer extremer zu werden scheinen (oder es schon immer waren), wird diese Antwort jedoch nun als falsch gebrandmarkt: Wer die Organisation verlässt und kein Zeuge Jehovas mehr sein möchte, hat auch nicht mehr die Hoffnung, von Gott gerettet zu werden. Lesen Sie selbst:

"Und es wäre
erst recht verkehrt, uns durch die Fehler
anderer zu Fall bringen zu lassen und
uns deshalb von Jehovas Organisation zurückzuziehen.
Wir würden dann nicht nur
das Vorrecht verlieren, Jehova zu dienen,
sondern auch die Hoffnung auf Leben in
Gottes neuer Welt."
(Der Wachtturm, 06.2016. Seite 26 f.)


Montag, 8. August 2016

Als Jesus vom Unglauben wütend wurde (Johannes 11:33, 38)

Jesus Lazarus Dead Mormon
Bildquelle: More Good Foundation
Als Jesus einst kam, um seinen Freund Lazarus aufzuerwecken, wurde er gleich zwei mal im Innersten empört, erschüttert, wütend, betrübt. Je nachdem wie man das verwendete Wort übersetzt (Joh. 11:33, 38).

Warum?

Lazarus, ein Freund von Jesus, starb. Jesus ereilte die Nachricht und er machte sich auf und ging zum Grabe des Lazarus, der in seiner etwas entfernten Heimatstadt begraben wurde. Er kündigte seinen Jüngern bereits an, dass er ihn auferwecken werde, wobei sie anfänglich gar nicht verstanden, was er mit der Auferweckung meinte.
Dann kam er an. Freunde und Familie des Lazarus weinten lautstark.
Und hier lesen wir zum ersten mal, dass Jesus sah wie sie weinten und fortan weiterweinten, obwohl sie doch nun bemerkten, dass Jesus da war. Sie verstanden offensichtlich nichts von seiner Macht und dass er der Sohn Gottes ist. Dennoch weinte auch Jesus, als er die große Trauer sah, von Mitgefühl bewegt.
Dann sprechen einige der Anwesenden untereinander, warum denn Jesus, wenn er doch der Sohn Gottes sei, nicht verhinderte, dass Lazarus überhaupt erst starb.
Auch hier finden wir wieder die Aussage, dass Jesus empört, betrübt, wütend war, weil die Menschen so redeten.
Er kam, um aufzuerwecken und direkt vor diesem großen Wunder zeigen die Anwesenden, wie wenig sie verstanden haben, wer gerade angekommen ist und wozu er imstande ist.

Freitag, 15. April 2016

Gänsehaut und die Suche nach Gott

Wie entsteht Gänsenhaut?
Es mag erstmal lächerlich klingen, aber wenn man sich mit dem biologischen Phänomen der Gänsehaut beschäftigt, also dass sich die Haare bei bestimmten Berührungen und Empfindungen aufstellen, so kommt man als gläubiger Mensch auf den Gedanken, dass das schon fast zu eigenartig ist, um nicht an etwas Göttliches zu denken.

Bis heute ist nicht erforscht, warum wir genau eine Gänsehaut bekommen.
Interessanterweise ist die Gänsehaut in den vielen Fällen asexuell, bspw. wenn im Herbst der erste etwas kühlere Wind sanft über den Nacken weht oder wenn wir aufgrund von einem Song Gänsehaut bekommen. D.h. von der Sexualbiologie her ist es nicht (vollständig) erklärbar. Auf der anderen Seite scheint es keinen speziellen Nutzen der Gänsehaut zu geben, da sie lediglich eine Steigerung der Emotion stattfindet. Sie ist eine Komponente unseres Schönheitsempfindens, das evolutionsbiologisch äußerst schwierig erklärbar ist (wenngleich es auch hierzu interessante Ansaätz in der Evolutionsbiologie gibt).

Kann man die Gänsehaut zurecht als Indiz dafür sehen, dass der Mensch dadurch etwas mitbekommen hat, das uns Freude und ein tieferes Empfinden von Schönheit gibt und dadurch göttlich anmutet?

Weitere Informationen: Spektrum.de

Freitag, 8. April 2016

Was HGP heute macht

Unser Lieblingsblogger HGP hat sich zu Wort gemeldet:
Mich erreichten in den letzten Wochen diverse Anfragen, ob ich noch lebe, ob es mir gut geht und ob es mit meinem Blog hier weiter geht.
Also zuerst: ich lebe und es geht mir gut. Meine Inaktivität auf diesem Blog hat nichts damit zu tun, dass sich meine Meinung grundlegend geändert hätte.
Aber: mein Leben ist nicht mehr so einfach, wie es dereinst war. Verschiedene familiäre Ereignisse verlangen mir viel Kraft ab, meine spirituellen Aktivitäten im “realen Leben” haben sich erweitert und die Zeit für all das entnehme ich (schamlos!) meinem Blog. Ich hoffe, ihr habt dafür Verständnis.
Wenn nicht, müsst ihr damit selber fertig werden;o)
Fischötterliche Grüße!
Zitat von: https://hgp3.wordpress.com/

Da HGP es ja nicht nötig hat, Menschen wie mir eine Antwort zu erwidern (dies hat er in ganzen Artikeln deutlich gemacht statt mir eine kritische Frage zu beantworten), bin ich leider nicht in Kontakt mit ihm.
Aber für alle Menschen, die seine "Erweiterung der spirituellen Aktivitäten" interessiert, wollen wir hier zusammenfassen, mit was sich HGP höchstwahrscheinlich nun beschäftigt.
Es wurde nie widerlegt, dass HGP ein Ältester sei, daher ist offensichtlich davon auszugehen, dass er nun Koordinator, Wachtturm-Leiter o.ä. geworden ist. Statt nun in langen Artikeln die Interpretationen von Bibelversen so lange zu verbiegen, bis sie identisch mit den Aussagen in der Literatur der Zeugen Jehovas sind, muss er sich um andere Dinge kümmern. Dazu gehört z.B.:

  • In Rechtskomitees Menschen für unbiblische Gründe ausschließen.
  • Dadurch dafür sorgen, dass Eltern ihre Kinder und Kinder ihre Eltern als geistig tot und keines Kontaktes mehr würdig ansehen (vgl. Mt. 10, wo es nicht um diese Art der Entzweiung geht).
  • Dafür sorgen, dass junge Brüder keine zu engen Hosen tragen.
  • In Literatur, die mittlerweile das Niveau von Grundschulbüchern hat, Antworten bunt unterstreichen, damit keiner über ihn sagen kann, er habe sich nicht auf die Versammlung vorbereitet (true story!).
  • Es versuchen, irgendwie psychisch auszuhalten, dass die Strukturen in der Versammlung so wenig mit denen der Gemeinden des ersten Jahrhunderts zu tun haben.
  • Sich einreden, man wäre dennoch die bibelnäheste Religion.
  • Im Bewusstsein leben, dass die im Jahre 1914 angelaufene Zeit des Endes durch die zweite überlappende Generation bald enden wird und daher Harmagedon, der Gerichtstag Gottes, kurz bevorsteht (offizielle, wirr anmutende Glaubenslehre).
  • Junge Leute von höherer Bildung abhalten.
  • Sich jeden morgen glatt rasieren, denn es erscheint einem Zeugen Jehovas unlogisch, dass Gott dem Mann einen Bart zu einem anderen Zwecke gegeben hätte, als ihn jeden morgen abzumachen.
  • Bei Gottesdiensten stets ein Phallus-Symbol namens Krawatte um den Hals tragen (fragen Sie den Psychologen Ihres Vertrauens, was die Krawatte eigentlich darstellt).
  • Jeden anderen Christen stets als falschen Christen ansehen und die Versammlung darin bestärken, dass Zeugen Jehovas ja das einzige Volk Gottes auf Erden seien.
  • Viele Stunden jeden Monat "predigen". Nein, nicht etwa Bibeln verteilen oder zu einem besseren Verständnis über die Worte Jesu verhelfen, sondern die Interpretationen der Zeugen Jehovas, primär, dass das Ende kurz bevorsteht, verbreiten.
  • Junge Paare davon abhalten, sich zu zweit zu treffen, um sich kennenzulernen, damit auch zukünftig der Nachschub an unglücklichen und gescheiterten, zu früh geschlossenen Ehen gesichert bleibt.
  • NICHTS ehrenamtlich arbeiten, denn das wäre ja, wie wenn man in einem brennenden Haus noch die Scheiben putzt (wortwörtliche Aussage aus dem JZ-Buch "Komm folge mir nach")
  • Darauf achten, dass jede Frau beim Gottesdienst einen mindestens knielangen Rock trägt. Hose? No way!
  • Endlos vieles mehr


Nun verstehen wir, warum er keine Zeit mehr zum Bloggen hat.
Das Schlimme ist: Wäre er ehrlich zu sich selbst, müsste er jeden einzelnen der obigen Punkte abnicken und sagen: Jawoll, das stimmt, das sehen wir so.

In Liebe

Kyp

Sonntag, 27. März 2016

Die Evangelien ergründen

Die Menschen, die intensiv die Evangelien studieren, scheinen wenige geworden zu sein. Zumindest ist das der Eindruck, den man bekommt, wenn man durch riesige Buchläden geht. Die Esoterik-Ecke ist in der Regel größer als die mit christlicher Literatur, die sich bei den mir bekannten Thalias das Regal mit islamischer Literatur teilt, da anscheinend eine eigene Sektion in einem christlichen Land zu viel ist. Wie dem auch sei: Neben der Verwendung verschiedener Bibelübersetzungen bei der persönlichen Bibelrecherche, gibt es da zwei Ideen, die großartig, aber kaum mehr erhältlich sind:
  • Evangelien-Synopsen
  • Evangelien-Harmonien
Eine Evangelien-Synopse stellt die Evangelien chronologisch nebeneinander. Meistens werden dafür vier Spalten verwendet. Zum gemeinsamen Betrachten aller Evangelien auf einmal ist das eine großartige Idee - und gleichzeitig ist es eine jahrhundertealte Idee
Leider gibt es keine Standardsynopse zu einem vernünftigen Preis mehr, die sich in Druck befindet, aber gebraucht sind sie auch zu akzeptablen Preisen erhältlich, hier z.B, eine Synopse auf Basis der Einheitsübersetzung:



Eine Evangelien-Harmonie bildet aus den vier Evangelien einen neuen Fließtext, der sich dann wie ein Evangelium lieft, aber den Inhalt der vieren enthält. Auch diese Idee ist schon Jahrhunderte alt. Hier bspw. eine gebrauchte Evangelienharmonie auf Basis der HfA (für derzeit großartige 0,01 € plus 3,- € Versand):



Außerdem digital als PDF auf Grundlage der NeÜ:
ftp://bitflow.dyndns.org/german/NEUE/Evangelienharmonie.pdf


Wie schon öfter mal erwähnt schwebt mir schon lange vor, eine kostenlose Version der Evangelien zum Verteilen und Lesen herauszubringen. Kostenfreie Synopsen und Harmonien wären ein weiteres wunderbares Hilfsmittel für den sich Informierenden und den Christen. Ich werde weiterhin die Augen offen halten, inwieweit ich das realisieren kann.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Hinweis gute Impulse für die Evangelienbetrachtung geben konnte.

In Liebe

Kyp

Sonntag, 20. März 2016

Jehovas Zeugen und enge Hosen

Wer die letzten zwei Jahre Jehovas Zeugen medial verfolgt hat, dem ist wahrscheinlich aufgefallen, dass das Thema "enge Hosen" des Öfteren angesprochen wird.
Anthony Morris III., Mitglied der Leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas, erwähnte in mehreren verschiedenen Vorträgen, wie unpassend es doch für einen christlichen Mann sein, hautenge Hosen zu tragen. Homosexuelle in der Modebranche würden bewusste diese Art von Hosen entwerfen, obwohl sie Frauen gar nicht gefielen, wohl aber Homosexuellen.

Wie dem auch sei erreicht die Lächerlichkeit mit der Wachtturm Studienausgabe 2016 ihren Höhepunkt, in der wir folgendes Bild finden. Die Erklärung erübrigt sich fast, wenngleich ich mir den Kommentar nicht verkneifen kann, dass der dunklere der beiden Ältesten ein viel zu weite Anzughose anhat. Was das noch mit Geschmack und Mode zu tun hat soll mir mal jemand erklären.

Ein junger Zeuge Jehovas wird von Ältesten wegen seiner zu engen Hose ermahnt.



Freitag, 4. März 2016

Der neue Gesalbte - wenn ein Zeuge Jehovas anfängt, von den Symbolen zu nehmen

Der nachfolgende Artikel erschien ursprünglich am 13.04.2014 hier auf meinem Blog.
Da ich bemerkt habe, dass er in letzter Zeit recht häufig gelesen wird, habe ich ihn nun hier oben hingepinnt. Nach wie vor hat sich nichts geändert, er ist hochaktuell und das Thema geht mir persönlich sehr nahe.

Memorial at Midtown Congregation in Cincinnati Ohio
Brot und Wein in einem Königreichssaal von Jehovas Zeugen

P1080662 RED RETDas Abendmahl 2014, auch Gedächtnismahl genannt, steht vor der Tür. Einige Zeugen Jehovas sind zu der Erkenntnis gelangt, dass es ein Erfordernis für alle Christen sei, von den Symbolen zu nehmen, um dem Gebot Jesu aus 1. Korinther 11:25, 26 gehorsam zu sein. Viele werden im Privaten von den Symbolen nehmen, während andere in der Feier der Versammlung davon nehmen werden. Letztere werden es wohl mit einer gewissen Angst tun, da unser jetziges "Verständnis" zu dem Thema letztlich besagt, dass jemand, der von den Symbolen nimmt entweder A) direkt von Gott erwählt wurde, B) anmaßend ist, da er sich jetzt plötzlich für einen Gesalbten hält oder C) eine Schraube locker hat. Es bleibt zu befürchten, dass die meisten Anwesenden B) oder C) annehmen würden, auch wenn A) für denjenigen nicht unbedingt besser wäre. Nur wenige, wenn überhaupt jemand, werden verstehen, dass derjenige von den Symbolen nimmt, um einem Gebot Jesu Folge zu leisten und nicht aus einem anderen Grund.

Von den Symbolen zu nehmen ist ein Akt des Gehorsams, nicht der Hochmut. Ein Zeichen der Unterwerfung, nicht der Anmaßung. Ein Zeichen der Erkenntnis, nicht der eigenen Irreführung.

In den kommenden Tagen werden dann diese eigentlich treuen, christlichen Zeugen Jehovas Rückfragen zu erwarten haben - einige aus purer Neugier, einige aus gewisser Empörung heraus, wie das denn sein kann und andere, die einen auf die Probe stellen wollen. In der gegenwärtigen Atmosphäre innerhalb der Organisation sollte man seine Zunge im Zaum halten und am besten einfach sagen, dass es eine sehr persönliche, fundierte Entscheidung war. Während man sich zurückhält, werden sich vermutlich Gelegenheiten auftun, zu erklären, was die Bibel der eigenen aufrichtigen Erkenntnis nach zu dem Thema wirklich lehrt. Hierzu soll im Folgenden eine erfundene, aber absolut realistische Begebenheit dargestellt werden, was einige in den nächsten Wochen zu erleben haben.


Es war der Abend vom 17. April nach Ende der Dienstzusammenkunft. Bruder Pretz, der Koordinator der Ältestenschaft, berief ein kurzes Treffen der Ältesten ein. Die acht Ältesten der Versammlung gingen in den Besprechungsraum kurz nach Ende der Zusammenkunft. Ihre Frauen waren natürlich mental schon darauf vorbereitet, dass "kurz" wohl das falsche Wort für eine solche Besprechung war.

Felix Hoffmann war unter denen, die als letzte reinkamen. Er war 35 und das neueste Mitlied der Ältestenschaft. Seit 3 Jahren war er erst Ältester. Er hatte einen dänischen Vater und eine spanische Mutter und sie machten ihm das Leben schwer, als er sich mit 18 taufen lies und kurz danach Pionier wurde.

Der Grund für die kurzerhand einberufene Besprechung wurde nicht von der Bühne aus gesagt, aber Felix hatte schon eine Vorstellung davon, um was es nun gehen sollte. Nur drei Tage zuvor hat er seine Angst überwunden und beim Gedächtnismahl von Brot und Wein genommen. Er hatte noch immer den perplexen und erstaunten Gesichtsausdruck von Nick Lehmann vor Augen, der sein bester Freund unter seinen Mitältesten war und nun auch anwesend war. Er konnte sich auch an das Getuschel und Geflüster von den Plätzen auf der anderen Seite des Ganges und von hinter sich erinnern. Von seinem Vater hatte er seine sehr helle Haut und er war sich sicher, dass sein rot angelaufenes Gesicht, das wohl sein Gefühl in dem Moment recht gut darstellte, jedem auffiel. Ironischerweise tat er jedoch eines der selbstverständlichsten Dinge für einen Christen und trotzdem fühle er sich in gewisser Art und Weise wie ein bloßgestellter Verbrecher.